Der Zähringer Löwe

 

 

Die Wissenschaft vom Wesen der Schrift nennt man Paläographie, griech. palaios = alt , graphein = schreiben. Die abendländische Schriftentwicklung ist uns vor allem aus Büchern bekannt. Es waren schriftkundige Mönche, die im Scriptorium ihres Klosters liturgische und auch antike Texte erstellten und kopierten. Bis zum 4. Jh. war die Buchrolle gebräuchlich, die dann vom Codex verdrängt wurde. Auffalend sind in dieser Zeit Majuskelschriften, deren Buchstaben in einem Zweiliniensystem alle die gleiche Höhe haben, wie z.B. die Capitalis quadrata, Capitalis rustica, die Uniciale (Buchschrift der Christen, z.B. Homeliensammlung 8. Jh.) oder die Halbuniciale, um nur einige zu nennen. 


Die karolingische Minuskel   

Minuskelschriften weisen Ober- und Unterlängen (Vierliniensystem) auf, wie die karolingische Minuskel und die gotische Minuskel. Die karolingische Minuskel ist eine durch Experimente entwickelte neue Form und war im Reich der Karolinger verbreitet und vom 8. Jh. bis zum 12. Jh. Hauptschriftart im europäischen Raum. Mit Gründung der Städte und der Universitäten, mit der Ausweitung des Handels in ferne Länder und mit der Entwicklung des Geldes und des Bankwesens nahm der Schriftverkehr ab dem 13. Jh. sehr stark zu. Vertragswesen und allgemeine Geschäftsvorfälle zu dokumentieren machte es notwendig, dass Kaufleute nun lesen und schreiben lernten. Ein neuer billiger Beschreibstoff, das Leinenpapier, begünstigte diese Entwicklung.  

Das Kopieren (Abschreiben) und das Schreiben von Büchern hat bis zum 12. Jh. überwiegend in den Schreibstuben von Klöstern stattgefunden. Im 13. Jh. entstanden viele Kanzleien, aber auch so genannte Stadtschreiber, die alle Arten von Schriftstücken aufsetzen konnten. Die Dokumentation von Vorkommnissen, Vereinbarungen, Vererbungen, Schenkungen, Annahmen von Lehen und Gütern aller Art, sowie Geschäftsvorfälle aller Art, vornehmlich von Händlern, spielten eine immer wichtigere Rolle, um als Nachweise und auch für nachfolgende Generationen verwendet werden zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Schreiber bei Konrad
von Würzburg (Manesse)

 

 

 

 

Mein Aufsatz beinhaltet folgende Titel: 

Die Schrift
Die Tinte
Die Buchherstellung
Die Kanzlei
Die Siegel
Die Fälschungen

 

 

Quellen

Höffler-Preißmann, Klaus: Schreiben wie im Mittelalter. Augustus Verlag Augsburg 1992.  

Ladner, P./ Gamillscheg, E./ von Mutius, H.-G./ Brisch, K., Schrift. In: Lexikon des Mittelalters VII 1559-1565. Atlas zur Geschichte der Schrift. Bd. 1: Von der sumerischen Keilschrift bis Gutenberg, Darmstadt 1986; Bd. 2: Von Gutenberg bis Ende des 19. Jahr-hunderts, Darmstadt 1986; Bd. 3: Ausgewählte Schriftbeispiele des 20. Jahrhunderts, Darmstadt 1989.  

Mentz, Arthur, Geschichte der griechisch-römischen Schrift bis zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Ein Versuch. Mit Schriftproben. Leipzig: Dieterich 1920.

Reissberger, Karl: Schrift, Bild, Druck: Geschichte d. Buches, Entwicklung d. Schriften, Ziffern, Herstellung d. Satzes ... Wien. Gewerbeverlag, 1977. (Allgemeine Fachkunde für graphische Berufe).

Davidshofer, Leo / Zerbe, Walter: Satztechnik und Gestaltung. Schweizerisches Fach- und Lehrbuch für Schriftsetzer. 5. Auflage 1966. Hrsg.: Bildungsverband Schweizerischer Buchdrucker.

de Goede, Julius: Kalligraphieschrift mit gotischen Frakturschriften; Übungsbuch. Augustus Verlag Augsburg 1991.

 
   
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